Architektin

Angela-Dapper Foto: Colin Thomas

Das prähistorische Steinmonument Stonehenge zählt zu den wohl berühmtesten Sehenswürdigkeiten Englands. Rund eine Million Besucher zieht der mythische Steinkreis jedes Jahr an. Das neue, preisgekrönte Besucherzentrum informiert über Geschichte und Forschung. Entworfen hat es die Architektin Angela Dapper, Senior Associate bei Denton Corker Marshall in London. Im Gespräch schildert sie die Herausforderung bei der Planung der Raumakustik.

Besucherzentrum Stonehenge, Amesbury, Großbritannien

Foto: Peter Cook

Besucherzentrum Stonehenge Besucherzentrum Stonehenge, Amesbury, Großbritannien, Foto: Peter Cook
  • Frau Dapper, Sie haben für das Besucherzentrum Stonehenge vor allem mit Materialien wie Beton und Glas gearbeitet. War das akustisch nicht eine besondere Herausforderung?

A. Dapper: Absolut, im Besucherzentrum herrscht jeden Tag ein hoher Lärmpegel. Auch die Schlussbeschichtung muss bei den Besuchermassen einiges aushalten. Deshalb kombinierten wir für die unterschiedlichen Bereiche des Zentrums jeweils unterschiedliche Materialien. Für das Café und den Souvenirladen beispielsweise harte Oberflächen wie polierte Betonböden und -verglasungen mit Akustikdecken. Die Bekleidung aus Kastanienholz wurde wiederum mit Akustikfilz kaschiert.

  • Wie kam es zu diesem Mix aus unterschiedlichen Materialien? Welches akustische Umfeld soll damit erzeugt werden?

A. Dapper: Das Besucherzentrum muss für starken und weniger starken Besucherandrang ausgelegt sein. Wir haben die akustischen Materialien so entworfen, dass sie beidem gerecht werden. Dafür muss die Akustiklösung als integraler Bestandteil der Bausubstanz mitgedacht werden. Wir haben uns für das System StoSilent Distance A2 (Anm. d. Red.: vormals StoSilent A-Tec Panel) entschieden.

  • Wieso fiel Ihre Wahl auf diese Lösung?

A. Dapper: Nun, dank des monolithischen, fugenlosen Aufbaus absorbiert das System außergewöhnlich viel Schall. Der höhere Lärmpegel, der sich durch die offenen Räume und die harten Oberflächen ergibt, wird so durch die besondere Akustikdecke und den Akustikfilz hinter der Wandbekleidung ausgeglichen. Die Ausstellungsbereiche hingegen sind weniger offen gestaltet und haben viel mehr Abtrennungen, die mit der Spezial-Akustikdecke verbunden sind. Damit lässt sich die Geräuschübertragung reduzieren.

  • Zu welchem Zeitpunkt des Baus haben Sie mit der Planung der Akustiklösung begonnen?

A. Dapper: In unserem Fall wurde die Akustikdecke zu einem sehr frühen Zeitpunkt eingeplant. So konnten wir sicherstellen, dass die Decke den Schall, der durch die harten und robusten Materialien an Wänden und Böden reflektiert wird, ausgleichen kann.

  • Wie sind Sie bei der Akustikplanung vorgegangen?

A. Dapper: Ein Akustikberater ermittelte zunächst die passenden Lautstärken und Abtrennungen zwischen den einzelnen Bereichen. Diese Informationen verwendeten wir als Grundlage für das Akustikdesign und entwickelten zusammen mit Sto und Herstellern anderer Akustikmaterialien passende Lösungen.

  • Und wie sind Sie mit der Gestaltung umgegangen?

A. Dapper: Sehen Sie, für uns war es auch besonders wichtig, Produkte zu finden, die auch mit der einfachen und dezenten Materialpalette des gesamten Gebäudes harmonieren. Mit der Beschichtung StoSilent Decor M (Anm. d. Red.: vormals StoSilent Superfein) haben wir eine hell strukturierte Oberfläche in Naturweiß erhalten, die perfekt zur unaufdringlichen Ästhetik des Gebäudes passt.

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